|
****Technik****
Um Internettelefonie überhaupt betreiben zu können müssen die
bereits angesprochenen Signalisierungsprotokolle zum Einsatz kommen.
Dabei finden vor allem folgende Protokolle heutzutage Anwendung:
- SIP (Session Initiation Protocol von IETF)
- ISDN over IP (auf ISDN/CAPI basierendes Protokoll)
- H.323 (ein ITU-T-Standard)
- IAX (Inter-Asterisk eXchange protocol)
- MiNET (von Mitel)
- Skinny Client Control Protocol (von Cisco, nicht "SCCP" (Q.71x)
der ITU-T)
- Jingle (Jabber/XMPP Protokoll Erweiterung durch Google Talk)
- MGCP und MeGaCo (Media Gateway Control Protocol H.248 von ITU-T
und IETF)
Das Session Initiation Protocol (SIP) der Organisation "Internet
Engineering Task Force" (IETF) ist am weitesten verbreitet. Dabei
unabhängig von einem bestimmten Hersteller, eignet sich SIP für
jedes SIP basierende Systemen in uneinheitlichen Umgebungen, aber
auch im Einsatz außerhalb der Internettelefonie kann dieses
Protokoll rein theoretisch Verwendung finden.
Jeder Benutzer hat bei SIP eine eigene SIP-Adresse, ähnlich der
einer E-Mail-Adresse, die bei jedem Start beim SIP-Server, der dem
Benutzer bekannt ist, registriert wird und somit auch gleich
Verbindungswünsche entgegennehmen kann. Sodann können Verbindungen
über den SIP-Server eröffnet werden. Für diesen Zweck kann man sich
für die kostenlose Kommunikation über das Internet eine individuelle
SIP-Nummer durch entsprechende Anbieter sowohl kostenlos als auch
gegen eine kleine Bezahlung geben lassen. Wählt man diese Adresse
als reine Zahlenabfolge, so kann man diese auch über normale
Telefontastaturen problemlos eingeben. Ansonsten sind auch noch
SIP-Adressen im URL-Format möglich.
Durch solche Nummern können dann auch mittels Vorwahlen sowohl
Kunden anderer Server kontaktiert werden, als auch Kunden aus dem
Festnetz erreicht werden, womit die SIP-Anbieter Geld verdienen
können, um ihre Projekte somit auch zu finanzieren.
--ENUM-Verfahren--
Als Weiterentwicklung inzwischen bewährt gilt das sogenannte
ENUM-Verfahrens, das "Telephone Number Mapping". Mittels dieser
Technik werden bereits vorhandene Rufnummern rückwärts gewählt,
punktiert und mittels Top Level Domain "arpa" und Second Level
Domain "e164" im Anhang gespeichert. Somit kann jede Rufnummer als
SIP-Adresse gespeichert werden. In Österreich ist dieses Verfahren
gerade im Vormarsch und wird sich wahrscheinlich auch erfolgreich
durchsetzen.
--Übertragung--
Die Übertragung der Signale erfolgt bei der Internettelefonie über
einen Analog-Digital-Umsetzer, der analoge in digitale Signale
schreibt und zusätzlich mittels Codecs in Audio-Binärformate
umwandelt, um die Datenmenge zu verringern. Somit wird der Transport
der Informationen in schnellen Paketen ermöglicht. Damit die
Sprachsignale dann übertragen werden können, verwendet man das
Real-Time Transport- und das Real Time Control-Protocol (RTP & RTCP)
zur Steuerung und Versendung dr Daten. |